Die Akupunktur ist ein Behandlungsverfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), bei dem feine Nadeln an bestimmten Punkten des Körpers gesetzt werden. Sie wird heute sowohl im Rahmen der TCM als auch ergänzend zu konventionellen medizinischen Behandlungen eingesetzt.
Traditionelles Verständnis
In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Akupunkturpunkte bestimmten Leitbahnen, den sogenannten Meridianen, zugeordnet. Nach diesem traditionellen Modell zielt die Behandlung darauf, ein als „Qi“ bezeichnetes energetisches Gleichgewicht zu beeinflussen.
Begriffe wie Qi, Meridiane sowie die Balance von Yin und Yang gehören zum traditionellen Erklärungsmodell der chinesischen Medizin und sind nicht mit anatomisch oder physiologisch nachgewiesenen Strukturen beziehungsweise Mechanismen gleichzusetzen.
Wissenschaftliche Betrachtung
Akupunktur ist Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. Die Studienlage unterscheidet sich je nach Erkrankung und Beschwerdebild. Für einzelne Anwendungsgebiete liegen Hinweise beziehungsweise Nachweise für einen therapeutischen Nutzen vor, während für andere Beschwerden keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für eine spezifische Wirksamkeit bestehen.
In Deutschland ist Akupunktur bei bestimmten Formen chronischer Schmerzen unter festgelegten Voraussetzungen Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Wirksamkeit der Akupunktur bei anderen Erkrankungen ableiten.
Welche Behandlung bei konkreten Beschwerden medizinisch sinnvoll ist, sollte individuell beurteilt werden. Akupunktur ersetzt insbesondere bei behandlungsbedürftigen Erkrankungen keine notwendige ärztliche Diagnostik oder Therapie.